Halmfliegen

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Halmfliegen

Das Wichtigste in Kürze

Die obersten Stockwerke von eher höheren Häusern werden 2 mal im Jahr von millionenfach auftretenden Kleinstfliegen belästigt. Dabei handelt es sich um die Halmfliege.

Anfang September können an hohen Häusern Halmfliegen auftreten, die wegen ihrer grossen Zahl als lästig empfunden werden. Sie sind vom hygienischen Standpunkt aus unproblematisch, da ihre Entwicklung nicht im Kot stattfindet sondern in der Wiese. Ihr Auftreten ist stark temperaturabhängig. Nach der Überwinterung in den Ritzen der obersten Stockwerke erscheinen die Fliegen an den ersten warmen Frühlingstagen wieder. In den betroffenen Wohnungen sollten oft benutzte Fenster mit dichten Fliegengittern versehen werden.

Aussehen

Die Halmfliege (Thaumatomyia notata) ist eine etwa zwei Millimeter lange gelbglänzende Fliege mit drei schwarzen Längsstreifen auf der Brust-Oberseite. Von der Grösse her wird sie leicht mit der Essigfliege verwechselt, sie geht jedoch nicht an Nahrungsmittel.

Bedeutung und Lebensweise

Halmfliegen-Larven ernähren sich von Wurzelläusen an Gräsern. In warmen trockenen Sommern vermehren sich diese zuerst und dienen den Halmfliegen-Larven als Nahrung. Erwachsene Halmfliegen suchen im Herbst bei warmen Temperaturen (> 17° C) hohe Gebäude zur Überwinterung auf. Es ist nicht bekannt, was die Fliegen steuert und warum sie immer nur bestimmte Gebäude anfliegen. Die Fliegen nisten in den Rollladenkästen, Aussenisolation, Hinterlüfteten Fassaden und im Dachstock, der Häuser und sie vermehren sich auch nicht dort. An den ersten warmen Frühlingstagen kommen sie bei Temperaturen über 14° C wieder aus den Ritzen heraus. Massenauftreten dieser Fliegen sind bekannt. Dabei ist es typisch, dass in gewissen Jahren besonders viele Fliegen auftreten und in anderen Jahren nichts auffällt. Es findet also nicht jedes Jahr eine Schwarmbildung statt.

Entwicklung

Die Weibchen legen im Frühling ihre Eier auf Grasflächen ab. Daraus schlüpfen kleine Maden, die sich räuberisch von Wurzelläusen ernähren. Pro Jahr entstehen zwei Generationen. Nach Abschluss des Larven- und Puppenstadiums erscheinen die Halmfliegen, welche im Herbst Schwärme an Häusern bilden. Den Winter überdauern sie in Verstecken an der Fassade und überleben problemlos auch -20° C. Im Frühling fliegen sie zur Eiablage von den Häusern zu den Rasenflächen zurück.

Schaden

Die Halmfliegen schädigen weder Gesundheit noch Gebäude. Beim Anflug der Fliegen von Ende August bis Ende Oktober sind die Hauswände bevorzugter Gebäude oft schwarz von Fliegen. Sie versammeln sich zu Tausenden vor allem an den obersten Stockwerken. Bei offenen oder undichten Fenstern dringen sie auch in die Wohnungen ein. Diese Masseninvasion ist für Betroffene sehr unangenehm und kann einzelne Räume unbewohnbar machen. Bei niederen Temperaturen und nachts sitzen sie reglos auf der Fassade oder verstecken sich in Fugen und Ritzen des Gebäudes, z.B. in den Rollladenkästen, hinter Fassaden oder in der Dachisolation. Zur Überwinterung brauchen sie tiefe Temperaturen, bei Zimmertemperatur sterben die Fliegen ohne Nahrung schon nach wenigen Tagen und können in Zentimeter dicken Schichten herumliegen. Bleiben nach einem Winter viele Fliegen in Hohlräumen liegen, so sind diese „Leichen“ ein willkommener Brutplatz für Teppich-, Pelz und Speckkäfer aber auch für Schimmelpilze.

Vorbeugung

Eine Vorbeugung gegen Halmfliegen ist in der Regel nicht möglich. Es fehlen wissenschaftliche Erkenntnisse, welche baulichen Elemente und Farben sie anziehen. Verschiedene Autoren melden helle, sonnenbeschienene Fassaden als attraktiv. Wir haben Meldungen, dass an vorher kaum belästigten Hochhäusern nach der Installation von vorgehängten Fassaden plötzlich massenhaft Halmfliegen auftreten. Das Anbringen dichter Fliegengitter (Maschenweite nicht grösser als 0.6 mm) verhindert das Eindringen der Fliegen in Wohnungen. Neu einziehende Mieter der oberen Stockwerke sollten über dieses periodisch auftretende Phänomen aufgeklärt werden.

Bekämpfung

Die Bekämpfung der Fliegen durch Behandlung der Rollladenkästen, Fassade und Dachstocke mit Insektiziden bringen teilweise Erfolg. Wird sehr früh behandelt, muss man damit rechnen, dass später eintreffende Fliegen wieder zu Belästigungen führen. Wird im Spätherbst bei sinkenden Temperaturen eine Behandlung vorgenommen, so fliegen von den Wiesen kaum noch Fliegen an Gebäude und die Bewohner werden im folgenden Frühjahr nicht mehr geplagt. Bei jedem betroffenen Gebäude sollte sinnvolle Massnahmen sorgfältig geprüft werden. Der Rat von erfahrenen Fachleuten ist dabei sehr nützlich. An ihrem Ursprungsort, den Wiesen und Weiden der Umgebung, lassen sich die Fliegen nicht bekämpfen, da sie Gebäude oft aus grösserer Distanz anfliegen, die Brutplätze sehr verstreut liegen und ein grossflächiger Insektizideinsatz aus ökologischer Sicht nicht vertreten werden kann. Durch Ausbringung von Repellents (Fernhaltemittel) oder durch anbringen von Fliegengitter lässt sich die Belästigung der Fliegen in Grenzen halten, wenn auch nicht unterbinden. In unproblematischen Bereichen können Fensterrahmen, Fassaden (nur örtlich) und nähere Umgebung sowie der Dachstock mit einem Insektizid behandelt werden.

Es ist so, dass befallene Gebäude mit wechselnder Intensität, alle Jahre wieder heimgesucht werden. Für Betroffene bietet es sich gegeben falls an, einen Servicevertrag abzuschliessen.

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